Nach unserer Regenfahrt gestern haben wir uns in Varel erstmal trockengelegt. Soll heißen, ein Zimmer genommen, alles, was eh schon nass war, nochmals durchs Wasser gezogen und dann ein sauberes und warmes Bett genossen. 

Wenn wir so auf unsere Tage zurückblicken, gibt es vieles, was uns tief bewegt, und wir merken, wie es unbewusst in uns verankert wurde. Zum Beispiel dieses saubere, warme Bett, wenn die Tage wüster und die Nächte kälter werden. Haben wir doch in Berlin und Hamburg erlebt, dass dies eben nicht selbstverständlich ist und ein Bett, Wärme und der freie Zugang zu Sanitäreinrichtungen ein Luxus sind. Ein Luxus, der vielen Menschen auf der Welt verwehrt bleibt – und auch vielen in Deutschland.

Ein weiteres Mal merken wir, dass unsere Reise wertvoll ist. Denn auch Erkrankungen finden nicht nur im Ausland statt. Auch bei uns, in einer Gesellschaft, in der häufig nur der Gesunde zählt und die hochtechnisiert ist, zeigen uns z. B. Brustkrebs und Prostatakrebs Grenzen auf. Wir dürfen bei all unserem Wohlstand nicht vergessen, dass, wenn man alles andere wegstreicht, zwei entscheidende Faktoren bleiben: das Menschliche und die Gesundheit. Ohne Achtung davor gleicht eine Gesellschaft immer mehr einer Maschine.

Doch zurück zu unserer Radreise: In Spohle treffen wir auf einen wahren Koloss. Aus drei Tonnen Schrott hat der Künstler Diesel Klöver ein riesiges Nashorn geschaffen. 

Zwischen Petersfeld und Linswege solltet ihr in jedem Fall einen Stopp im Rhododendronpark Hobbie einlegen. Da im Moment leider keine Blütezeit ist, genießen wireinfach nur die schöne Anlage, die mit interessanter Kunst ausgestattet ist und somit immer einen Besuch lohnt. Der Park ist während des ganzen Jahres geöffnet.

In Westerstede sitzt diese in Bronze gegossene Marktfrau Oma Apen. Sie steht für Bodenständigkeit und Ruhe. Kaum sind wir an ihr vorbei, treffen wir Linda, Rennradfahrerin und Tochter einer guten Freundin von uns. Sie wird uns ein gutes Stück begleiten.

Und da wird nun gar nicht lang gefackelt. Schuhe werden gewechselt, und Reinhard findet sich auf einem schnellen Crossrad wieder. Dann schaut er verdutzt Linda hinterher, die sein schweres Rad inklusive Hänger übernommen hat. Sie fährt den „Lkw“, als hätte sie nie etwas anderes gemacht. Reinhard hingegen macht den Eindruck, als wäre ein Rad mit gerade mal acht Kilogramm und ohne Gepäck seine Zukunft. Ein irres Gefühl, wenn jeder Muskeleinsatz sofort zu Geschwindigkeit führt. 

Bei schönstem Wetter kommen wir im Natur- und Vogelschutzgebiet Aper Tief an. Wir genießen die Stille, und während Doris sich intensiv mit dem Fernrohr beschäftigt, spüren wir plötzlich leicht aufkommenden Wind, der sich schnell entwickelt und mit beindruckenden Böen immer dichtere Wolken vor sich her schiebt.

Und dann kommt er, der Regen. Kurz, heftig – und von Bindfäden kann keine Rede sein. Ganze Regentaue fallen da vom Himmel. Und ja, wir werden wieder mal klitschnass. Selbst durch dichte Bäume, die uns etwas Schutz bieten, dringt das Wasser bis zu uns vor.

Doch so schnell, wie dieser Regen da war, so rasch verzieht er sich. Was für ein Schauspiel. Und so frisch, wie es eben noch war, so zuverlässig bringen der blaue Himmel und die Sonne auch die Wärme wieder. So erreichen wir Papenburg bei angenehmen Temperaturen und schauen uns die schöne Stadt ein wenig an. Allein schon die Anfahrt macht richtig Laune. Sage und schreibe sieben Kilometer geht es vom Ortsschild bis in die Stadt hinein. Immer am Hauptkanal entlang, den links und rechts zunehmend kleine Cafés und Restaurants säumen. Gastfreundlich ist das. Und mit Frederike, einem Zweimaster-Museumsschiff, bietet Papenburg ein doch eher ungewöhnliches Wahrzeichen so weit im Landesinneren.

Entweder, wir waren dem Wetter zu schnell, oder es verfolgt uns. Im Hafen von Papenburg zieht sich der Himmel wieder zu. Wir schauen uns an und wissen: Nochmal machen wir das heute nicht mit. Stattdessen wollen wir eine Fahrt mit dem Zug versuchen. Das steht nämlich ohnehin auf unserer To-do-Liste. Kann man mit einer derart umfangreichen Ausrüstung eigentlich einigermaßen sinnvoll öffentliche Verkehrsmittel nutzen?

Und tatsächlich, es geht einfacher als gedacht. Wir hatten da echt etwas Sorgen, doch die Bahngleise können über Aufzüge auch schwer beladen sehr gut erreicht werden, und so fahren wir die 60 Kilometer bis Rheine auf Schienen statt auf der Straße. 

Ein Tipp für dass Bahnfahren: Wenn ihr wie wir einen Anhänger nutzt, müsst ihr für diesen einen zusätzlichen Fahrschein lösen. Da ist je nach Bundesland etwas verschieden, also im Vorfeld kurz informieren. Doch letztlich funktioniert es, und nur das zählt. 

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Kommentare

Hallo Michael,

schön du uns in unserem Block besuchst. Wir wünschen dir viel Spaß beim Entdecken und stöbern in unserem Block

Liebe Grüße Doris und Reinhard

Hallo Michael,

ja, die Stimmung mit den schwarzen Wolken und dem Kran hat uns auch sehr gut gefallen. Es sah ein wenig bedrohlich aus, und ging ganz schnell. auf einmal war der Regen da, schnell unterstehen und dann ging’s weiter. Beim Radfahren über mehrere Tage ist es echt Gold wert trocken zu bleiben, denn nach ein paar Tagen Regen ist es schwierig die Klamotten trocken zu bekommen.

Wir haben eine tolle Zeit unterwegs, und die Nähe der Natur tut ihr übriges dazu. Bis jetzt sind wir mit Sonne verwöhnt, aber nachts wird’s langsam kühl.

Aber auch das hat was, wild zelten, ein wenig frieren...aber mit röhrenden Hirschen in den Schlaf zu tauchen.

Herrlich , liebe Grüße Iris und Reinhard

Tolles Bild mit dem riesigen Kran und den aufziehenden Wolken dahinter. Ihr habt überhaupt teils echt tolle Bilder gemacht.

Hallo lieber Matthias, Liebes Pinkribbonteam

ganz lieben Dank für deine lieben aufmunternden Zeilen und die guten Wünsche. Die Sonne ist schon angekommenWir sind jetzt in Dortmund und die liebe Sonne scheint heute Morgen wieder für uns. Herrlich ist das. Wir sind jetzt in Dortmund, und werden die nächsten Tage auf dem Ruhrtalradweg , ein Stück der Industriekultur Route unterwegs sein. Da sind wir schon ganz schön neugierig was wir Erleben dürfen.

Heya ihr Lieben, was ein Wetter. Das ganze Team der Awareness Deutschland schickt ein freudiges Lachen und Sonnenschein, der Euch im Herzen bei Regen begleiten soll.

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