Was isn das? Ein alter Motor aus den Zeiten, als die sogenannten Maschinenschiffe in die Schifffahrt Einzug hielten?

Doch der Reihe nach. Auf dem Weg von Stade nach Otterndorf treffen wir bei Hemmoor auf ein technisches Kulturdenkmal: die Schwebefähre Osten-Hemmoor. 2006 wurden die Sanierungsarbeiten abgeschlossen, und seit 2009 gilt die noch in Betrieb stehende Schwebefähre als historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst und lockt mit ihren touristischen Fahrten Menschen aus Nah und Fern an. 

Unweit davon treffen wir auf den Kreide-See, der in direktem Zusammenhang mit dem Zementmuseum steht. Ein Zementmuseum? Ganz ehrlich, dass finden wir nun doch ziemlich langweilig, aber da uns ein Museum für Zement irgendwie absurd erscheint, radeln wir hin. Tatsächlich sind wir dann nicht schlecht beeindruckt. Auf einem riesigen Gelände stehen dort gigantische alte Maschinen, die hier eine weitläufige Ausstellungsfläche erhalten haben, nachdem die größte Fabrik für Zementproduktion im Elbe-Weser-Dreieck 1983 geschlossen wurde. Auch Schiffe gibt es. Unser vermeintlicher Schiffsmotor steht hier ebenfalls und entpuppt sich als Ventilsackmaschine, die mit ihren vier Tuben bis zu 1600 Sack á 50 Kilogramm pro Stunde verpacken konnte. Auch für Kinder ist das sicherlich eine spannende Abwechslung. 

Der Kreide-See diente 117 Jahre der Zementproduktion. Denn neben Ton und Kohle wurde Kreide für die Herstellung von Zement benötigt. Eine Geschichte, die wir natürlich nicht prüfen konnten, hier aber gerne erzählt wird, besagt, das der Sockel der Freiheitsstatue in New York mit Zement aus Hemmoor gegossen wurde. 

Bei Tauchern ist der See inzwischen ein Geheimtipp. Mit seinen 33 Hektar und einer Tiefe von 60 Metern ist er der dritttiefste See in Norddeutschland. Das türkisblaue Wasser erlaubt bei vollem Sonnenschein eine Sicht bis 25 Meter Tiefe, und im See sind einige spannende Dinge aus Zeiten der Kreideförderung versenkt, aber es findensich auch ein Segelboot und ein Sportflugzeug darin, sowie Plattformen und Stollen. Zudem sind die ehemaligen Pflasterstraßen erhalten, die immer weiter in die Tiefe führen. Und klar, jede Menge Fische gibt es auch.

Zwischen Otterndorf und Cuxhaven fahren wir durch sich öffnende Heidelandschaften und weiter Richtung Bremerhaven durch phantastische Krattwädler mit ihren krummen, wie auf eigenartige Weise belebt wirkenden Bäumen. Das Kratt wird auch Stühbusch genannt und beschreibt eine Form der Niederwaldwirtschaft. Dieser Wald, mit seinen teils verschlungen verwachsenen Bäumen, hat fast etwas Mysthisches, und wir lieben es, durch den kühlenden Schatten zu fahren und unter einem der Bäume eine Rast auf unserer Plane einzulegen. 

Dann kommt er, der Regen, der uns bisher nahezu verschont hat auf unserer Reise. Und er hat echt Ausdauer. Von Bremerhaven bis nach Varel werden wir ununterbrochen von oben geduscht. Und das, obwohl wir in Varel einen Termin mit dem Mamamobil und dem Screeningteam Niedersachen Nordwest Ostfriesland geplant haben. 

Es gibt einen Begriff für diese Art Regen: Praecipitatio. Er beschreibt eine hohe, schnell wechselnde Niederschlagsintensität auf ein eng begrenztes Feld. Was die Intensität betrifft, stimmt das. Wenn es sich jedoch um ein eng begrenztes Feld handeln soll, dann hat sich dieses einen Tag lang genau über uns festgesaugt und uns begleitet. 

 

 

Klatschnass und auch etwas müde kommen wir mit einer Stunde Verspätung im Vareler Hafen zu unserem Termin an. Doch alle haben auf uns gewartet und uns einen wirklich sehr schönen Empfang bereitet: das Screeningteam und die Landfrauen sowie die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Friesland. 

Unter dem Begriff Mammobis75 hat sich eine Kooperation zwischen dem Landfrauenverband und der Gleichstellungsbeauftragten entwickelt, die sich für ein qualitätsgesichertes Mammographie-Screening bis zum 75. Lebensjahr einsetzt. Reinhard und Doris spüren an diesem Abend, dass es für alle Anwesenden eine Herzensangelegenheit ist. 

Das Angebot des Screenings werde von vielen Frauen auch im ländlichen Bereich genutzt, erzählt Birgitt Kampen-Neumann vom Mammographie-Screening. „Damit dies auch möglich ist, haben wir verschiedene Standorte, an denen wir mit unseren mobilen Bussen stehen. Im Dezember will die Kooperation mit Hilfe von 80.000 gesammelten Unterschriften das Thema Screening bis 75 Jahre in Berlin einbringen.

Doch davor steht im Oktober noch eine Aktion auf der Pink Ribbon Schleifenroute an. Viele Kilometer sollen gemeinsam bewältigt und dann natürlich für den Pink Ribbon Kilometerzähler gespendet werden.

Dieser Abend hat uns sehr viel gegeben. Uns ist wieder bewusst geworden, wie viel einzelne Menschen bewegen können, wenn sie sich für eine gemeinsame Sache einsetzen. 

Wir danken euch für die tollen Gespräche, den Austausch mit euch und eure Fröhlichkeit, die den Raum mit durchdrungen hat. 

Zum Abschied gibt es für uns noch einen Geschenkkorb mit vielen Köstlichkeiten. Unsere Rettung – denn tatsächlich hatten wir kaum etwas gegessen und irrsinnigen Hunger. So konnten wir den Abend mit den feinen Leckereien ausklingen lassen und waren dankbar für diese Begegnung. 

Kommentare

Hallo liebe Claudia,

schön das Ihr euch von der Stärkenberatung immer wieder mal zum digitalen Austausch trefft. Wenn wir zurück sind, werden wir gerne wieder dabei sein. Schön das Ihr unseren Blog besucht, so wisst Ihr auch wo wir uns so bewegen.

Liebe Grüße an das Stärkenberatungsteam.

Doris und Reinhard

Hallo ihr Lieben, schon so weit im Norden. Hoffentlich ist das Wetter wieder besser. Hatten es gestern im Stammtisch von der Stärkenberatung von euch. Lesen euren Blog!! Liebe Grüße Claudia

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