Unser Campingplatz in Oberwesel liegt direkt am Rhein. Und klar, wir fallen auf: mit unserem Equipment und unserer Bekleidung. So dauert es wieder einmal nur wenige Minuten, bis erste Gespräche zustande kommen. Zwei junge Männer kommen auf uns zu. Beide erleben in der eigenen Familie, was es heißt, wenn ein Elternteil von Krebs betroffen ist. Sie formulieren es deutlich: Es ist gut, was ihr macht, es ist wichtig! "Sagt uns, wenn ihr was braucht." Einfache Worte, doch von tiefer Ehrlichkeit geprägt. Das sind die ausgestreckten Hände auf unserer Reise, die wir finden wollten und die wir erstaunlicherweise nicht suchen müssen. Heute ist es eine schlichte Kabeltrommel, die unsere Geräte – Tablet, Mobiltelefon und Powerbank – gleichzeitig mit Strom versorgt.

Am Morgen lernen wir dann Waltraud kennen und bekommen ein kleines Privatkonzert. Die sanften Fließgeräusche des Rheins im Hintergrund, spielt Waltraud wunderbare Melodien auf der Harfe. Sie beschenkt Menschen mit ihren Saitenklängen. Oft geht sie in Seniorenheime und spielt dort, schenkt fremden Menschen Freude. Wir sind begeistert davon. Liebe Waltraud, ganz herzlichen Dank für den tollen Start in den Tag.

Richtung Bad Ems grüßt uns die Loreley und bei Sankt Goarshausen die hübschen, bunten Häuser der Stadt auf der gegenüberliegenden Rheinseite. Gerade auf diesem Abschnitt der Strecke finden sich zahlreiche Sandstrände, die zum Baden und Verweilen einladen. Doch für uns geht es heute weiter, sodass wir uns einen Badestopp, auch aufgrund des mäßig guten Wetters, verkneifen.

Bei Boppard nehmen wir die Fähre auf die andere Rheinseite, um bei Lahnstein gut auf den Lahntalradweg zu gelangen. Doch bevor wir diesem bis nach Bad Ems folgen, halten wir noch an einer Quelle, dem Victoria-Brunnen. Das Mineralwasser kommt hier aus einer Tiefe von 429 Metern. Seit 1961 ist die Quelle in Oberlahnstein ... übrigens ein thermaler Natrium-Hydrogencarbonat-Säuerling ... als Heilquelle staatlich anerkannt.
Am 4. Juli 1999 wurde eine schöne alte Gepflogenheit wiederbelebt. An der Rheinpromenade unterhalb des Victoria-Brunnens sprudelt seitdem wieder das original aus dem Untergrund emporsteigende Mineralwasser für alle Besucher der Stadt.  

Natürlich musste Doris gleich probieren und war, ob des intensiven Eisengeschmacks, nicht schlecht überrascht.

In Bad Ems auf dem Zeltplatz ist unsere Heimstatt inzwischen schnell aufgebaut – inklusive unserer Fahnen. Eine gewisse Routine hat Einzug gehalten. Und eben diese Fahnen sorgen zusätzlich für Aufmerksamkeit, die auch Margot und Robert veranlasst, zu uns rüber zu kommen. "Toll, was ihr da macht", sagen sie, als wir von der Schleifenroute erzählen. Man könnte fast auf die Idee kommen, die Beiden hätten auf uns gewartet, denn tatsächlich sind sie rein zufällig in die Farben unserer Tour gekleidet. Am Abend entwickeln sich angenehme Gespräche zwischen uns, und wir lassen wieder einmal unsere Handpan erklingen. Falls ihr davon noch nichts gehört habt: Das ist ein Blechklanginstrument, das, wie der Name schon vermuten lässt, mit den Händen gespielt wird.

Als Dank bekommen wir am Morgen einen leckeren Kaffee. Danke.

Das Städtchen Bad Ems hat nicht nur eine bewegte Geschichte als einer der berühmtesten Badeorte Deutschlands, sondern war im 19. Jahrhundert sogar "Weltbad" und Sommerresidenz zahlreicher Monarchen. Die Emser Depesche trug zum Ausbruch des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 bei, und die Römerquelle mit ihrem 46 Grad Celsius heißen Heilwasser sorgt noch heute für Entspannung. Sowohl innerlich als auch äußerlich.
Doch Bad Ems hat noch so einiges anderes zu bieten: das Beatles Museum, die Spielbank und eine Künstlerin. Nun, sicherlich gibt es viele Künstler in dem berühmten Städtchen, doch Ella Mundt haben wir eben getroffen.Das Städtchen Bad Ems hat nicht nur eine bewegte Geschichte als einer der berühmtesten Badeorte Deutschlands, sondern war im 19. Jahrhundert sogar "Weltbad" und Sommerresidenz zahlreicher Monarchen. Die Emser Depesche trug zum Ausbruch des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 bei und mit der Römerquelle mit ihrem 46 Grad heißem Heilwasser sorgt noch heute für Entspannung. Sowohl innerlich, als auch äußerlich.
Doch Bad Ems hat noch so einiges anderes zu bieten. Das Beatles Museum, die Spielbank und eine Künstlerin. Nun, sicherlich gibt es viele Künstler in der berühmten Stadt, doch Ella Mundt haben wir eben getroffen.

Bei ihrer 3D-Strassenmalerei handelt es sich um perspektivisch verzerrte Darstellungen, die von einem bestimmten Punkt betrachtet dreidimensional wirken.
Ella erzählt, das ihr Bild morgen fertig ist. Dann zeigt sie uns, wie sich Passanten hinstellen können, um schöne Bilder aufzunehmen.
Zu sehen ist das schwarze Corona-Loch. "Darin stehen Menschen, die wichtig sind, einander brauchen und füreinander da sind", sagt Ella Mundt. Ärztin, Sanitäter und Bäcker sowie Handwerker. Wir alle gehören dazu und bilden eine stützende Pyramide. "Menschen sind mir wichtig", erklärt sie. Das hat uns sehr gut gefallen.

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