Heute queren wir ständig das Wasser, und aufgrund der vielen Flüsse verlieren wir fast ein wenig den Überblick. Von der Lahn geht es an die Schwalm und zum Flüsschen Eder. In Edermünde dann treffen sich Eder und Fulda. Hier direkt an der Edermündung entscheiden wir uns für eine Rast, bereiten uns einen leckeren Kaffee und genießen die Ruhe mitten in der Natur.

In Schwalmstadt Treysa sehen wir uns die Ruine der Totenkirche an. Unscheinbar im Ortskern verborgen, liegt diese schöne und jederzeit frei zugängliche Anlage.  Die Kirche entstand als letzte große Basilika im ausgehenden 13. Jahrhundert, also in der Übergangszeit von der Romanik zur Gotik, und wurde um 1265 fertiggestellt. Seit Abschluss der Restaurierung wird die Totenkirche wieder für verschiedene Veranstaltungen genutzt.

Die Landschaft ist inzwischen stark geprägt von Weizen- und Maisfeldern. Weithin sichtbar ist die regenerative Stromerzeugung durch Windkraft.

Von der Quelle der Schwalm bei Feldatal-Köddingen bis zur Mündung der Eder, kurz vor den Toren der Drei-Burgen-Stadt Felsberg im Schwalm-Ederkreis, führt der Schwalm-Radweg. Auf überwiegend gut asphaltiertem Untergrund rollen wir entspannt unserem nächsten Ziel entgegen. Und weil wir gerade dabei sind: Unterschätzt, vor allem mit viel Gewicht, den Belag nicht. Wir zum Beispiel mögen Schotterwege sehr, doch wenn wir von längeren Abschnitten wissen, planen wir die Tagesetappe deutlich kürzer.

Kurz vor Kassel entscheiden wir uns für eine Nacht in der freien Natur. Es sind zwar nur noch 19 Kilometer, doch wir haben einen herrlichen Platz entdeckt und werden, auch wegen der inzwischen sehr hohen Temperaturen, heute ohne Zelt übernachten. Außerdem wollen wir in Kassel die Pink Paddlerinnen treffen und uns hierfür auch entsprechend Zeit nehmen. Die Zeltunterlagen, zwei Isomatten und die Schlafsäcke - mehr braucht es nicht.
Unser Gepäck bauen wir um uns herum auf.

Dann hatten wir eine tolle Idee! Die Unterlage des Zeltes sollte unsere Schlafsäcken ein wenig schützen, und so packten wir sie dann quasi als Abschlussdecke oben drauf.

Ganz ehrlich? War ne blöde Aktion! Gegen Morgen wird es kühl, die Nachfeuchte tut ihr übriges. Unter der Plane wird es heiß, und wir fühlen uns wie im Taucheranzug in einer Sauna. Nicht dass wir wirklich wüssten, wie sich das anfühlt, doch die Vorstellung beschreibt den Vorgang ganz gut. Die Körperwärme staut sich, innerhalb kürzester Zeit ist die Folie nass und die Schlafsäcke auch.

Unvergesslich jedoch die Minuten vor dem Einschlafen, mit Sternenhimmel über uns und einem lauen Lüftchen, welches die Bäume sanft wiegt. Wir sind dankbar.

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