Ein Leben mit Freude am Gegenüber schafft eine Vielzahl an Freunden, vor allem wenn es schon viele Jahre gelebt werden durfte. Auch vor diesem Hintergrund ist diese Reise etwas Besonderes. Wo immer unser Weg bei Freunden vorbeiführt, versuchen wir, diese Kontakte zu pflegen. Dabei ergeben sich schon aufgrund unserer Reise spannende Gespräche, und meist werden dann gleich noch ein paar weitere Menschen dazu eingeladen. So entsteht schnell eine größere Runde, die unterschiedlichste Facetten zu einem Thema hervorbringt und dadurch den eigenen Horizont öffnen kann.
Ein weiterer wichtiger Punkt: Wer kennt sich besser in der jeweiligen Region aus als der, der dort wohnt? So erleben wir Radwege, die wir ansonsten wohl schlicht übersehen hätten. Unser Gerrit zum Beispiel kennt wohl jeden Schleichweg in und um Ludwigshafen.

 

Er begleitet uns bis nach Weinheim und ins Wohnzimmer. Nun, also nicht in ein Wohnzimmer im gewöhnlichen Sinn. Es handelt sich um ein Projekt von Menschen für Menschen; die beste Umschreibung für uns ist "Wohlfühlort".

Gerne sind wir der Einladung von Claudia Funke gefolgt, das "Wohnzimmer" in Weinheim zu besuchen. Wir kennen Claudia von den Naturfreunden. Sie kümmert sich um dieses Projekt, welches von Marion Hördt als Bürgerverein gegründet wurde. Entstanden ist ein Raum für Begegnungen, in dem Menschen denen eine helfende Hand reichen, die sie brauchen. Organisiert wird das Ganze ehrenamtlich und mit viel persönlichem Engagement. Die Besucher, egal welcher sozialen Herkunft, sollen die Chance und Möglichkeit erhalten, mit anderen in Kontakt zu kommen. Und zwar auf Augenhöhe.

Hierzu wurde eine schöne Idee aus Nepal aufgegriffen. "Gib ein Stück von dem, was du hast, für andere, die weniger haben." Und dabei geht es eben gerade nicht um das Große. Es ist zum Beispiel die Tasse Kaffee, die ich trinke. Am Ende bezahle ich einfach zwei. So kann ein Mensch, für den schon ein Kaffee zu finanziellen Grübeleien führt, unbeschwert ein Tässchen genießen. Vom  gleichen guten Kaffee, den auch ich getrunken hatte. Wir finden das wirklich bewegend, wie schön und harmonisch dieses Miteinander vor Ort funktioniert.
 

Mit der Ankündigung unseres Besuchs hatte das "Wohnzimmer" zum Austausch eingeladen, und so ist eine kleine Gruppe zusammengekommen.  Rosi etwa hat erst vor kurzem ihre Brustkrebsdiagnose erhalten und sich gleich auf den Weg gemacht, um uns zu treffen und um gemeinsame Erfahrungen zu tauschen. Es ist nicht immer leicht, sagt sie. Doch Aufgeben sei keine Option. Rosi strahlt eine gut spürbare Präsens und Kraft aus. Beides ist schlicht ansteckend. Und sie betont: Bei all den vielen und häufig auch guten Hilfsangeboten muss doch jeder seinen eigenen, individuellen Weg finden, um den Prozess der Genesung zu meistern.

Wir beide sind dankbar, diese vielschichtigen Begegnungen hier in der Weststadt von Weinheim erleben zu dürfen. Und einmal mehr zeigt sich unser Motto:
"Deutschland erfahren".

Wir waren sicher nicht das letze Mal im "Wohnzimmer" und rufen euch Radler auf.:  Wenn ihr durch Weinheim kommt, besucht das Wohnzimmer und lasst einfach einen Kaffee oder Kuchen, welchen ihr nicht getrunken oder gegessen habt, für andere zurück.

Kommentare

Hallo ihr Lieben, heute ist ein ganzseitiger Artikel in der Weinheimer Woche über euren Stopp im Wohnzimmer erschienen. Er hat voll eure Herzenswärme und Power rübergebracht. Ich denke oft an unseren tollen Nachmittag und Abend. Ihr seid was ganz Besonderes. Und habt unseren Besucher*innen, dem Team und mir ganz viel mitgegeben. Gute Fahrt weiterhin

Alles Liebe Claudia

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