Unsere Ruhetage sind uns wichtig.

Sie bedeuten Balsam für Körper, Geist und unsere Räder. Plant in jedem Fall pro Woche einen Pausentag ein. Okay, solange das Wetter mitmacht und der Körper auch, geht das natürlich ohne. Doch sobald Petrus mal nicht so mitspielt, solltet ihr vor allem für die Pflege der Räder und der Ausrüstung Zeit einkalkulieren. Das hat weniger mit der Optik zu tun als vielmehr mit der Funktionstüchtigkeit. Da heißt es Teile ölen und Schrauben überprüfen. 

Unterschätzt das nicht – wir sind jedes Mal aufs Neue überrascht, an welchen Stellen sich die Schrauben erlauben, die ihnen zugedachte Position für ein Stückchen Freiheit aufzugeben.

Gleichwohl sind unsere Pausentage mit Terminen angereichert, die unmittelbar mit dem Anliegen unserer Radreise zu tun haben. So haben wir uns zu einem kurzen Interview mit Dr. Yves Dencausse von der onkologischen Facharztpraxis am St. Trudpert Klinikum Pforzheim verabredet. Er leitet diese Praxis zusammen mit Dr. Sina Lotfi. "Ich finde Ihre Aktion sehr wichtig", sagt er. "Immer mehr Patientinnen und Patienten, bei denen wir den Tumor entdecken, kommen tatsächlich aufgrund der Früherkennung zu uns. Die Chancen der Heilung können dadurch besser werden." Daran sehe man, wie wichtig Früherkennung sein kann. Und er fügt hinzu: "Es ist wichtig, dass wir den betroffenen Patienten gute und umfangreiche Informationen geben, dass sie wissen, worum es geht. Wir holen die Patienten da ab, wo sie sind. Wir befürworten, dass eine gewisse Aktivität da ist. Früher hat man gesagt: Du hast Krebs, du musst dich schonen. Heute aber weiß man, dies kann so nicht stehen bleiben." Es sei wichtig, in Bewegung zu bleiben.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Dr. Dencausse für das tolle Gespräch und vor allem das er uns seine Zeit geschenkt hat.

Den Abend dürfen wir bei Freunden verbringen. Jutta und Detlef haben ein üppiges Mahl für uns vorbereitet. Und glaubt uns, die selbstgemachte Pizza von Detlef wirft immer wieder die Frage auf: Wie nur kamen diese italienischen Gene in seinen Körper? Aber egal, für uns ist diese Pizza in jedem Fall Weltklasse.

Am Folgetag haben wir uns dann noch mit Viola verabredet. Sie ist Künstlerin und lebt in Pforzheim. Viola hat vor ein paar Jahren schon einmal einige Kunstwerke für Pink Ribbon Deutschland geschaffen. Als wir an ihre Türe klopfen, ist die Freude des Wiedersehens nicht zu leugnen. Dieses offene aufeinander Zugehen der Menschen ist es, was wir mit dieser Radtour einfangen, erleben und dann letztlich mit euch teilen wollen.

Auf die Frage, was sie mit dem Begriff Gesundheit verbindet und was ihr wichtig im Leben ist, antwortet Viola:

"Gesundheit ist im Prinzip alles. Nichts nützt dir was, wenn du nicht gesund bist.“ Und mit Blick auf ihre Bilder: „Ich weiß, wenn ich meinen Körper, meine Gesundheit vernachlässigen würde, könnte ich all das nicht tun.  Mir ist es einfach wichtig, die Dinge zu tun, die mir Freude machen. Dazu brauche ich meine Kraft und Energie.“ Als Kind habe sie nie Sport gemacht, erzählt Viola, ihre Eltern hätten es immer für unwichtig gehalten. Heute hält sie sich fit und gesund im Sportstudio. „Ein Leben ohne Sport kann ich mir nicht vorstellen," sagt sie mit einem Lächeln. „Du hast dein Leben und deinen Körper, und damit kannst du fürsorglich umgehen. Man kann doch alles, was in der eigenen Kraft liegt, auch tun.“

Nachdenklich und ernst sagt sie: "Die Vorsorgeuntersuchungen finde ich sehr wichtig, die würde ich nie ausfallen lassen. Für mich ist das selbstverständlich.“ Schön, dass in unserem Land die Möglichkeit bestehe, zur Vorsorge zu gehen – „das wäre doch wahnsinnig schade, wenn wir das nicht wahrnehmen würden."

Drei Jahre ist es schon her, unser gemeinsames Projekt mit Viola, Pink Ribbon Deutschland und dem Siloah St. Trudpert Klinikum. Für das Brustzentrum schenkte sie uns zwei wunderschöne Bilder.
"Ich bekomme wirklich noch sehr oft Feedback von Frauen, die dort zur Untersuchung im Brustzentrum waren und sich freuen, meine Bilder zu sehen." Sie weiß, dass die von ihr gemalten "pinken Damen" vielen Frauen Kraft spenden.

Sponsoring, so betont sie, das heißt nicht nur, Geld zu schenken, auch wenn das je nach Situation enorm wichtig und nötig sein kann. Es heiße auch, sich selbst zu (ver)schenken, wenn man dadurch etwas bewegen könne. Mit ihrer Kunst geht Viola zwei- bis dreimal pro Jahr in Kindergärten und malt mit Kindern, sie spendet Zeit. Das ist ihr sehr wichtig, und während sie erzählt, versprüht sie Freude und große Begeisterung.

Wir freuen uns, dass wir auf unserer Tour durch Deutschland mit Blue und Pink Ribbon so vielen liebenswerten Menschen begegnen. Wir erfahren, wie offen uns Menschen begegnen und uns ihre Hand reichen. Wir erleben besondere  Momente und sind dankbar dafür.

Ein liebevoller Gruß geht an all unsere Freunde im Raum Pforzheim. Unsere Reiseplanungen ließen es leider nicht zu, uns mit allen auf einen Plausch zu treffen. Doch wir kommen wieder. Und dann haben wir viele Geschichten für lange Abende im Gepäck.

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